Der russische Streamer Mellstroy hat eine permanente Sperre von Trovo erhalten, nachdem Casino-Streams Beschwerden ausgelöst hatten. Ein weiteres Kapitel in der skandalumwitterten Karriere des umstrittenen Schaustellers.
Der russische Streamer Mellstroy hat eine permanente Sperre von Trovo erhalten, nachdem Casino-Streams Beschwerden ausgelöst hatten. Ein weiteres Kapitel in der skandalumwitterten Karriere des umstrittenen Schaustellers.
Jahrelang hat Andrey „Mellstroy“ Burim das Internet wie ein Rouletterad gespielt – laut, riskant und immer nur einen Dreh vom Chaos entfernt. Doch im März 2025 hat ihn das Casino-Haus endgültig aus dem Spiel genommen. Die in chinesischem Besitz befindliche Plattform Trovo verhängte ein dauerhaftes Verbot mit der Begründung, dass er unablässig Glücksspiele betreibt. Für Mellstroys Anhänger war dies eine weitere Schlagzeile in einer Karriere, die ebenso von Skandalen wie von Spektakeln geprägt war. Für die britischen Leser stellt sich die Frage: Wie weit kann ein Streamer gehen, bevor die Plattformen einknicken?
Die Entscheidung von Trovo ist nicht im luftleeren Raum getroffen worden. Sie erfolgte auf Druck der Liga für Internetsicherheit, die von Russlands Sittenwächterin Ekaterina Mizulina angeführt wird. Ihre Organisation reichte eine formelle Beschwerde ein, in der sie Mellstroy vorwarf, das Casino-Streaming in einen rücksichtslosen Rummel für minderjährige und gefährdete Zuschauer zu verwandeln. Und ausnahmsweise hat die Plattform zugehört. Der Schausteller mit den hohen Einsätzen, der einst Berühmtheiten wie MrBeast und Mbappé herausforderte, wurde nun zum Schweigen gebracht – zumindest auf Trovo.

Die Liga für Internetsicherheit hat eine Schwarze Liste mit 15 Urhebern von Inhalten erstellt, die Casinos streamen – und Mellstroys Name stand ganz oben auf der Liste. Neben ihm standen der Rapper Egor Kreed und der altgediente YouTuber Ilya „Maddyson“ Davydov. Einige Namen haben nachgegeben, andere haben sich gewehrt. Ein Streamer, so Mizulina, „erkannte die Unrechtmäßigkeit seines Handelns“ und wurde still und leise von der Liste gestrichen – Spekulationen im Internet deuten auf Maddyson hin.
Dabei ging es nicht nur um einen Mann. Die Liga hatte bereits die nukleare Option in Erwägung gezogen, Twitch in Russland komplett zu verbieten, unter Berufung auf Glücksspiel-Streams und Drogenwerbung. Stattdessen hat sie sich für gezielte Schläge entschieden. Erst Twitch, jetzt Trovo. Für Mellstroy bedeutete das, dass er sowohl zum Aushängeschild als auch zum Sündenbock für einen Kulturkrieg darüber wurde, was im Internet erlaubt sein sollte.
Dies ist nicht Mellstroys erste Sperre – es ist nur die letzte in einer Kette. Twitch hat ihn schon vor Jahren wegen gewalttätiger Eskapaden verbannt, YouTube hat seine Konten eingefroren, und selbst Nischenplattformen wie Trovo haben jetzt ihre Türen geschlossen. Sein Verbrechen ist immer der gleiche Cocktail: Glücksspielförderung, Chaos und Skandal.
Für seine Fans ist Mellstroy der geächtete Streamer, der das System besiegt. Für die Regulierungsbehörden ist er der perfekte Bösewicht – der Spieler, der Provokateur, der Beweis, dass Casinos und Streaming nicht zusammenpassen sollten. Die Ironie dabei? Jedes Verbot trägt nur zu seiner Legende bei. Wie ein Spieler, der aus einer Vegas-Halle eskortiert wird, erinnert sich die Menge nicht daran, warum er entfernt wurde – nur, dass er Aufmerksamkeit erregt hat.
In Großbritannien sind die Online-Casinos streng reguliert. Ein Streamer, der Mellstroys Stunts hier durchführt, würde mit schnellen Maßnahmen der britischen Glücksspielkommission rechnen müssen. Aber seine Geschichte findet Anklang, weil sie die globale Verwerfung aufzeigt: Plattformen profitieren von Glücksspiel-Ansichten, bis jemand wie Mizulina das Gegenteil behauptet.
Für britische Spieler ist Mellstroys Untergang eine Erinnerung daran, warum es lizenzierte, von der UKGC zugelassene Casinos gibt. Das Spektakel mag unterhaltsam sein, aber es ist auch ein warnendes Beispiel: Wenn das Spiel durch Spektakel manipuliert wird, zahlt das Publikum immer den Preis.
Jeder Glücksspieler kennt die Wahrheit: Das Haus gewinnt immer. Für Mellstroy war das „Haus“ Trovo, Twitch, YouTube – Plattformen, die ihn tolerierten, bis die Risiken die Vorteile überwogen. Das permanente Verbot beendet seine Bekanntheit nicht; es drängt ihn nur tiefer in den Untergrund, in Telegram-Gruppen und Randplattformen.
Aber für die breitere iGaming-Welt ist das Verbot symbolisch. Einem Mann, der von den Drehungen und dem Spektakel lebte, wurde endlich der Ausgang gezeigt. Die Casinotür ist geschlossen, und die Chips sind weg. Ausnahmsweise hat nicht Mellstroy entschieden, wann er abkassiert, sondern das Haus.